Chantier Irrigal

Steinbachtalsperre sichert die Trinkwasserversorgung

10/06/2015

Großprojekt „Rohwasserfernleitung von der Primstalsperre Nonnweiler zur Steinbachtalsperre Kempfeld".

Der 2010 neu gegründete Wasserzweckverband (WZV) Birkenfeld hat die Aufgabe der Wassergewinnung, Aufbereitung und Verteilung in seinem Verbandsgebiet. Mitglieder sind die Verbandsgemeinden Baumholder, Birkenfeld und Herrstein sowie die Stadt Idar-Oberstein. Ziel des Zusammenschlusses ist es, zukünftige Projekte gemeinsam abzuwickeln, mit hoher Unterstützung des Landes Rheinland-Pfalz.

Die bedeutendste Wassergewinnungsanlage des Verbandes stellt die Steinbachtalsperre dar. Sie wurde in den Jahren 1962 bis 1966 von der Stadt Idar-Oberstein errichtet. Mit einem Gesamtvolumen von 4,8 Mio. m³ Wasser sichert sie die Trinkwasserversorgung des gesamten Landkreises Birkenfeld mit ca. 77.000 Einwohnern.

Um eine Versorgungssicherheit der Region im Falle einer zu erwartenden Sanierung der Steinbachtalsperre sicherzustellen, erwarb im Jahr 2005 der WZV Wasserrechte von 3,5 Mio. m³/Jahr bei dem Talsperren-Verband Nonnweiler. Dies war der Startschuss zur Konzepterarbeitung einer Rohwasserfernleitung zwischen den beiden Talsperren. Man entschied sich für eine energiesparende Variante mit Ausnutzung der geodätischen Höhenunterschiede der zwei Wasserspeicher.

Über eine ca.19,5 km lange Leitung DN 500 wird das Rohwasser aus dem Saarland bis zur höchsten regionalen Erhebung in Rheinland-Pfalz in der Nähe von Hattgenstein (649 m ü.NN) gepumpt. Ab diesem Zwischenbehälter, einem „Wasserschloss", läuft dann das Rohwasser im freien Gefälle in einer 24,1 km langen Doppelleitung DN 400 zum Wasserwerk Steinbachtalsperre. Beide Leitungen bestehen aus Rohren aus duktilem Gusseisen, die außen mit einer Zementmörtelumhüllung versehen sind. Lieferant ist die Saint-Gobain PAM Deutschland GmbH, Saarbrücken.

Dort aufbereitet wird das Wasser im Versorgungsgebiet WZV Birkenfeld an die Verbraucher verteilt.

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Das Projekt mit einer voraussichtlichen Bauzeit bis Anfang des Jahres 2017 ist in neun Baulose aufgeteilt. Ein Los betrifft den maschinellen Spezialtiefbau Horizontalbohrverfahren (HDD), weitere Baulose beinhalten Bauwerke und Steuerungstechnik. Im letzten Jahr erfolgte die Vergabe zweier Bauabschnitte. Bis Ende 2014 sind bereits ca. 10 km Rohrleitung gebaut worden.

Beim Baulos Nr. 9 mit einer Länge von 550 m Doppelleitung werden die Rohre aus duktilem Gusseisen im HDD-Verfahren eingebaut. Hier wurde mit den Bohrungen begonnen. Das Einziehen der Rohrstränge ist für Anfang 2015 geplant.
 

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Dieser Auftrag ist für die Saint-Gobain PAM Deutschland GmbH der größte seit 2008.

Stand der Bauausführung:
Beide ausführenden Bauunternehmer der Lose 4.1 und 4.2 haben die geforderte Einbauleistung erbracht und ca. 9500 m Rohrleitung gebaut. Die Restarbeiten ihrer Lose sollten bis Mai/Juni 2015 abgeschlossen werden. Das Los 9 (Horizontalspülbohrverfahren) wird sich auf Grund einer geänderten Bauausführung und geologischen Schwierigkeiten zeitlich verschieben. Die nächsten Bauabschnitte des Einbaus 4.3 und 4.4 sowie die Ausschreibung für das Wasserschloss wurden im Februar 2015 veröffentlicht. Im Jahr 2015 werden vorrausichtlich die im Auftrag bestellten Rohrmaterialien und Formteilen größtenteils eingebaut sein. Ein sehr anspruchsvoller Einbauabschnitt im Los 4.3 wird das ausführende Bauunternehmen noch vor eine Herausforderung stellen. Auf eine Länge von 460 m wird die Rohrleitung in 9 m Tiefe eingebaut. Dabei ist mit großen Grundwassermengen zu rechnen, die zusätzlich sehr aufwendige Wasserhaltungen erfordern.

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