Dreifunktionales Be- und Entlüftungsventil EUROVENT Typ ZK-XL

Diagramm 3 – Bemessung des erforderlichen
Strömungsquerschnitts bei Entlüftung

Diagramm 4 – Bemessung des erforderlichen
Strömungsquerschnittes bei Belüftung

Aufbau einer Be- und Entlüftung für eine Rohrleitung
< DN 600

Aufbau einer Be- und Entlüftung für eine Rohrleitung ³
DN 600

Dreifunktionales Be- und Entlüftungsventil EUROVENT Typ ZK-XL

Produktprogramm
EUROVENT/VENTEX
Produkt
Be- und Entlüftungsventile
Hauptkategorie
Netzsicherheit
Netzsicherheit
Hauptmerkmale

Direkt vom Medium betätigt,

Mindestdruck für Ventilabdichtung 0,5 bar,

Gehäuse aus duktilem Gusseisen mit Epoxidharz-Beschichtung,

Farbliche Kennzeichnung der Druckstufe

  • PFA 10/16 gelb
  • PFA 25 weiß

Betriebstemperatur max. 40°C

DN 40 – DN 80, PN 10/16/25

Anwendungsbereich

Das EUROVENT Typ ZK-XL sollte im Leitungsnetzt dann eingesetzt werden, wenn sich die Aufgaben der Betriebsentlüftung mit den Anforderungen des Abführens bzw. Einlassens von großen Luftmengen überschneiden. Das können unteranderem geodätische und/oder hydraulische Hochpunkte sein.

Dieses Ventil erfüllt folgende Funktionen:

  • Großen Luftmengen, die beim Füllen einer Leitung vom Wasser verdrängt werden, aus der Leitung auslassen,
  • Beim Entleeren einer Leitung erlaubt es den Lufteintrag, was das Entstehen eines Vakuums und den daraus möglicherweise resultierenden Schäden verhindert,
  • Abführen der, beim Betrieb der Leitung aus dem Wasser, entgasten Luft aus dem Rohrsystem.

Material und Beschichtung

Version Standard

Pos.

Anzahl

Beschreibung

Material

Beschichtung

1

1

Körper

EN-GJS 400-15

Epoxy-Pulverbeschichtung min. 250

2

1

Oberer Flansch

EN-GJS 400-15

3

1

Deckel

EN-GJS 400-15

4

1

Schutzgitter

X5CrNi 18-10

5

1

Schutzdeckel

X5CrNi 18-10

6

4

Stiftschraube

X5CrNi 18-10

7

8

Mutter

Edelstahl A2

8

4

Unterlegscheibe

Edelstahl A2

9

4

Schraube

Edelstahl A2

10

4

Mutter

Edelstahl A2

11

4

Unterlegscheibe

Edelstahl A2

12

1

Schwimmer

ABS

13

1

Schwimmerführung

ABS

14

1

Ring

ABS

15

1

Dichtungssitz

ABS

16

1

Lippendichtung

EPDM

17

1

Schwimmer

ABS

18

1

Düse

Polyamide

19

1

Mutter

ABS

20

1

Dichtung

EPDM

21

1

O-Ring

EPDM

22

1

Dichtung

EPDM

23

1

Sicherungsschraube

Edelstahl A2

24

1

Pin

Edelstahl

25

1

Entlüftungsventil (für manuelle Überprüfung)

CW 617 N

Chrom

Funktionsweise

Füllen der Rohrleitung Während des Füllens des Rohres:Entlüften großer Luftmengen über beide Kammern. Das Wasser steigt und läßt den Verschlusskörper nach oben schwimmenSobald die Schwimmeroberkante die Dichtung berührt und durch das Wasser weiterhin dagegen gedrückt wird, ist die große Kammer dicht geschlossen.Entlüften von Restluftmengen über kleine Kammer, was Druckstöße vermeidet. Das Ventil steht unter Druck und alle Öffnung sind vollständig geschlossen. Betriebsentlüftung Sich während dem Betrieb der Rohleitung sammelnde Luft wird über die kleine Kammer nach außen abgegeben, während die große Kammer unter dem Betriebsdruck geschlossen bleibt. Leeren der Rohrleitung Im Falle des Entleerens der Rohrleitung oder eines Rohrbruches senken sich beide Schwimmer ab. Dadurch wird Luft in die Leitung eingelassen, die das Entstehen eines Vakuums und entsprechenden Schäden verhindern kann.

Hydraulische Angaben

Luftvolumenstrom der großen Öffnung

Luftvolumenstrom der kleinen Öffnung

Konstanter Durchfluss von 1 bar (10MCE)

PFA in Bar (all DN)

16

25

Ø Düse in mm

2,25

1,75

Luftvolumenstrom in m3/h

2,79

1,69

Hydraulische Abdichtung: Dichtheit des Ventils bis 1.5 x PN – zuverlässige Abdichtung der kleinen Düse ab 0.3 bar und der großen Öffnung ab 0,5 bar.

Armaturenauswahl

Der Betriebsdruck ist wird durch den Druck innerhalb der Rohrleitung festgelegt. Zudem ist zu prüfen ob die Betriebstemperatur zwischen 0°C und 40°C liegt.

Der maximal zulässige Durchfluss ist abhängig vom Betriebsdruck des Be- und Entlüftungsventils und wird nach folgender Formel berechnet:

Q = v*A; dabei ist “v” gleich der Geschwindigkeit der Luft an der Düse (gemessen: 195 m/s) mit einem Druck von mehr als 1,3 bar.

Um zu beurteilen ob ein einzelnes Be- und Entlüftungsventil (EUROVENT Typ EK) ausreichend ist, muss die abzuführende Luft berechnet werden. Wie hoch die abzuführende Luftmenge ist, ist maßgeblich von der Leitungsstruktur (z.B. von Pumpleistungen, Leitungsführung, …) und der gelösten Luft im Wasser (Bunsen-Koeffizient, Temperatur und Druck) abhängig. Das technische Team für Armaturen von Saint-Gobain unterstützt gerne bei der Auslegung/-wahl.

Be- und Entlüften großer Luftmengen:

Die Nennweite des EUROVENT Typ ZK-XL Be- und Entlüftungsventils richtet sich nach den benötigten freien Strömungsquerschnitten. Zum Bemessen der Ventilgröße ist das DVGW-Merkblatt W 334 zu beachten, wobei zur Aufgabe A "Füllen der Rohrleitung" Diagramm 3. dient und über die Aufgabe B "Entleeren der Rohrleitung" Diagramm 4 informiert. In diesen Diagrammen sind die Einsatzbereiche von EUROVENT eingetragen. Erläuterungen zur Bemessung von Be- und Entlüftungsventilen befinden sich im DVGW-Arbeitsblatte W 334.

Diagramm 3 – Bemessung des erforderlichen Strömungsquerschnitts bei Entlüftung

Diagramm 4 – Bemessung des erforderlichen Strömungsquerschnittes bei Belüftung

Normen

Hydraulische Tests:

Nach DIN EN 1074: Prüfung des zuverlässigen Absperrens bei minimalem Druck (0,5 bar).

Produkttest: Beschichtungskontrolle: Schichtdicke, “Impact”- Test, MIBK, …

Gefertigt gemäß den Normen

Produkt:

  • EN 1074-1
  • EN 1074-4

Flansch:

  • EN 1092-2
  • ISO 7005-2

Eignung für Trinkwasser:

  • Hygienezertifikate: KTW/UBA und DVGW-Arbeitsblatt W270

Kennzeichnung

Auf dem Körper (eingegossen):

  • Material des Gusskörpers
  • Produktionskennzeichnung
  • Hersteller-Logo
  • Produktionsdatum

Auf dem Sticker:

  • Nennweite in mm (DN)
  • Druckstufe in mm (PN)
  • Max. zulässiger Betriebsdruck (PFA)
  • Produktionsnummer
  • Hersteller-Logo

Bedienungshinweise

Lagerung

Die Armatur sollte (sofern möglich) in geschlossenen, trockenen Räumen aufbewahrt werden. Sollte dies nicht möglich sein, ist die Armatur unbedingt vor direkter Sonneneinstrahlung (Temperaturen von max. 70°C sind gemäß DIN EN 1074 zulässig), Regen und sonstigen Witterungseinflüssen zu schützen. Darüber hinaus, ist es wichtig die Dichtung vor Verschmutzungen durch Sand und/oder andere in der Luft vorkommende Partikel zu bewahren.

Installation

Die allgemein gültigen Unfallverhütungsvorschriften sind unbedingt einzuhalten.

Das automatische Entlüftungsventil EUROVENT Typ EK ist zum Einbau in umbauten Raum gedacht und wird dort installiert, wo das Rohr eine Steigungsänderung aufweist, um die Luft zu eliminieren, die sich in den höheren Punkten ansammeln oder sich innerhalb des Rohres bewegen können.

Das Be- und Entlüften von Wassertransport- und -verteilungsanlagen ist im DVGW-Merkblatt W 334 beschrieben. Nachfolgende Abbildung zeigt Anwendungsbeispiele für die Positionen des Netzes an denen die Be- und Entlüftungsventile von Saint-Gobain einsetzbar sind. (Diese Darstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Je nach Aufgabe werden Ein- oder Zweikammer-Versionen der Ventile benötigt.)

Nach folgend die Einbauempfehlungen des DVGW-Merkblattes 334

Aufbau einer Be- und Entlüftung für eine Rohrleitung < DN 600

Aufbau einer Be- und Entlüftung für eine Rohrleitung ³ DN 600

Wartung

Um die Inspektion und/oder Wartung gewähren zu können, ist es notwendig eine AUF/ZU-Armatur (z.B. ein Absperrschieber, eine Absperrklappe, …) zwischen dem Abgangsflansch der Rohrleitung und dem Be- und Entlüftungsventil zu montieren. Ist diese Absperrarmatur geschlossen können alle notwendigen Wartungs- und Reinigungsmaßnahmen durchgeführt werden, ohne die Leitung außer Betrieb nehmen zu müssen.

Bei der (Wieder-)Inbetriebnahme ist mit Hilfe des Entlüftungsventils (für manuelle Überprüfung) [13] die Funktionstüchtigkeit des EUROVENT-Ventils zu überprüfen. (Entlüftungsventil [13] mit dem Schraubendreher öffnen bis Wasser herauskommt, danach wieder schließen.

Die technischen Merkmale in diesem Dokument sind nicht bindend und können ohne vorherige Benachrichtigung aufgrund des kontinuierlichen technischen Fortschritts des Produkts geändert werden.